AIS     Automatic Identification System

Für die Berufsschifffahrt (> 300 BRZ ) in internationaler Fahrt bzw. über 500 BRZ in nationaler Fahrt seit 2008 mit einem aktiven AIS-Sende/Empfänger zwingend vorgeschrieben.
D.H. heute 2012, hat somit jedes Schiff > 300 BRZ einen AIS- Sende/Empfanger.
Auch viele Sportboote haben mittlerweile Class B Sende/Empfänger, die kostengünstiger als die Class A Geräte für die Berufsschifffahrt sind
Die Sportschifffahrt kann reine AIS-Empfänger betreiben (kostengünstiger als Sende/Empfänger) aber auch Class B Sende/Empfänger.

AIS ist auch in der Binnenschifffahrt vorhanden.

AIS over VHF

AIS over VHFverwendet die UKW-Kanäle 87, 88 (AIS 1 und AIS 2 )
AIS benutzt dabei den oberen Bereich "high side of the duplex" der VHF radio "channels" 87B and 88B.
Channel A 161.975Mhz (87B) AIS 1
Channel B 162.025Mhz (88B) AIS 2
Die Simplex Kanäle 87A und 88A benutzen die "lower frequency" damit können sie weiter verwendet werden.
AIS wurde seit dem 1.7.2002 schrittweise bis 2008 eingeführt.

Einen kleinen Eindruck können Sie bekommen wenn sie einen der Links anklicken


Aussendung AIS-Daten

Die Aussendung der AIS-Daten erfolgt in einem festen Zeitrahmen.
  • Pro Minute stehen 2250 Zeitschlitze (Slots) zur Verfügung, auf die ein AIS-Transceiver über seinen integrierten GPS-Empfänger synchronisiert wird. (1,6 Sek. pro Slot, Transfer Rate: 38,4 kBd)
  • Class A Transceiver stimmen die Slot-Belegung selbständig mit in Funkreichweite befindlichen anderen ab (SOTDMA=Self Organising Time Division Multiple Access).
  • Class B Transceiver verwenden freie Zeitschlitze, um ihre Daten zu senden (CSTDMA=Carrier Sense Time Division Multiple Access).

Die Berufschifffahrt bzw der Sender, als aktive Teilnehmer füttern das AIS-System mit verschiedenen Daten.
Dazu werden von AIS folgende NMEA Messagestandards verwendet.

AIS Message Types

Type Name Description
1 Position reportScheduled position report (Class A shipborne mobile equipment)
2 Position reportAssigned scheduled position report; (Class A shipborne mobile equipment)
3 Position report Special position report, response to interrogation; (Class A shipborne mobile equipment)
4 Base station report Position, UTC, date and current slot number of base station
5 Static and voyage related data Scheduled static and voyage related vessel data report; (Class A shipborne mobile equipment)
6 Binary addressed message Binary data for addressed communicationView Binary Messages
7Binary acknowledgement Acknowledgement of received addressed binary data
8 Binary broadcast message8 Binary data for broadcast communicationView Binary Messages
9Standard SAR aircraft position report Position report for airborne stations involved in SAR operations, only
10UTC/date inquiry Request UTC and date
11UTC/date response Current UTC and date if available
12Addressed safety related message Safety related data for addressed communication
13Safety related acknowledgement Acknowledgement of received addressed safety related message
14Safety related broadcast message Safety related data for broadcast communication
15InterrogationRequest for a specific message type (can result in multiple responses from one or several stations
16Assignment mode command Assignment of a specific report behaviour by competent authority using a Base station
17DGNSS broadcast binary message7 DGNSS corrections provided by a base station
18Standard Class B equipment position report Standard position report for Class B shipborne mobile equipment to be used instead of Messages 1, 2, 3
19Extended Class B equipment position report9 Extended position report for class B shipborne mobile equipment; contains additional static information
20Data link management message Reserve slots for Base station(s)
21Aids-to-Navigation report Position and status report for aids-to-navigation
22Channel management2 Management of channels and transceiver modes by a Base station
23Group assignment command3 Assignment of a specific report behaviour by competent authority using a Base station to a specific group of mobiles
24Static data report4 Additional data assigned to an MMSI Part A: Name, Part B: Static Data
25Single slot binary message Short unscheduled binary data transmission (broadcast or addressed)
26Multiple slot binary message with Communications State Scheduled binary data transmission (broadcast or addressed)
27Position report for long range applications7 Scheduled position report; Class A shipborne mobile equipment outside base station coverage

 
Es sind mittlerweile auch schon viele Yachten mit AIS-Sendern ausgestattet (Schnappschuß 25.08.2017).
Es ist zu hoffen, daß das wie beim GPS zur Standardausrüstung wird und auch Vercharterer in die Sicherheit der Chartercrews investieren.
AIS Schiffspositionen Ostsee

Tabelle der gesendeten AIS-Daten



Mit diesem Messagestandard werden folgende Daten gesendet:

feste Daten des Schiffes

  • Schiffsname
  • Rufzeichen
  • MMSI Nummer
  • IMO Schiffsidentifikationsnummer
  • Länge und Breite
  • Art des Fahrzeugs
  • Referenzposition des Positionssensors
    (Abstand der GPS-Antenne von Bug,
    Heck, Backbord- und Steuerbordseite)

dynamische Schiffsdaten

(LAT, LON, COG, SOG, UTC) erhält der
AIS-Transceiver vom integrierten GPS-Empfänger
  • Position des Schiffes
  • Zeitpunkt in UTC, zu dem die Position
    ermittelt wurde
  • Kurs über Grund
  • Fahrt über Grund
  • gesteuerter Kurs (Heading kann über eine
    NMEA-183 Schnittstelle vom Kompass
    als HDG-Datensatz eingespeist werden)
  • Kurs
  • Geschwindigkeit (über GPS)
  • Position des Schiffes
  • Status (z.B. in Fahrt, vor Anker)
  • Wendegeschwindigkeit



Reisespezifischen Informationen

  • aktueller Tiefgang
  • Ladungskategorie
  • Zielhafen
  • geschätzte Ankunftszeit (ETA)
  • Routenplanung (optional)
  • Höhe (optional)

Sicherheitsmeldung (Kurzfassung)


Für AIS Binnenschifffahrt zusätzlich

  • Unique European Vessel Identification Number
  • Verbandsdaten (Gattung ERI, Länge, Breite)
  • Gefahrgutklasse der Ladung
  • Tiefgang / cm
  • Beladungszustand
  • Fahrwasserseite links/rechts (Blaue Tafel)
  • max. Höhe über Wasser
  • Zahl der Crewmitglieder
  • Zahl der Passagiere
  • Zahl des Schiffspersonals
Diese Daten werden periodisch gesendet, und werden von den anderen AIS-Empfängern aufgenommen und abgebildet.
Dabei werden Class A Sender häufiger senden als Class B .
Wenn ein Schiff eine Kursänderung vornimmt, wird auch häufiger gesendet.

Die Sendeintervalle sind dabei von der Geschwindigkeit und der Kursänderungsrate abhängig.
Ein Schiff mit 14 Knoten Fahrt legt in 10 Sekunden 72,02 m zurück bei 30 Knoten legt es in 2 Sekunden 30,87 m zurück, bei unsichtigem Wetter ist es also schnell da.
SchiffstypSendeintervall
Schiff vor Anker oder festgemacht, langsamer als 3 knoten3 min
Schiff vor Anker oder festgemacht, schneller als 3 knoten10 s
Schiff 0 .. 14 knoten10 s
Schiff 0 .. 14 knoten bei Kursänderung3 1/3 s
Schiff 14 .. 23 knoten6 s
Schiff 14 .. 23 knoten bei Kursänderung2 s
Schiff > 23 knoten2 s
Class B < 2 knoten3 min
Class B > 2 knoten30 s


Die Ziele können mit von PC-Software auf der elektronischen Seekarte anzeigt werden oder im Sportschifffahrtsbereich mit Plottern verarbeiten. Das wirkt ähnlich wie ein Radargerät. Dadurch wird Radar aber nicht ersetzt, denn ist kein Sender vorhanden oder wird der vorhandene abgeschaltet gibt es keine Signale.
Der große Vorteil des AIS ist darin begründet, dass es keine Hindernisse wie beim Radar gibt, die Informationen reduzieren. Lediglich die Reichweite ist durch Funkübertragung begrenzt und liegt je nach Aufbauten zwischen 20 und 30 Seemeilen.

Dann wird die UKW-Antenne gleichzeitig auch als AIS-Empfangsantenne genutzt.
Der Empfang und das Senden eines UKW-Notrufes hat aber weiterhin den absoluten Vorrang.

Es gibt mittlerweise AIS-Anlagen, die mit DSC gekoppelt sind. Dort kann dann auf dem Monitor ein Schiff ausgewählt werden, dabei ist auch die MMSI die ja mit übertragen wird bekannt. Die MMSI kann dann automatisch in den DSC-Contoller überführt werden, um einen Digitalen Selektiv Call an das Schiff zu senden.



Frage : 19.

  Was versteht man unter "AIS"?

  1.    Automatische Aussendung der Kennung eines Seeschiffes jede Minute bzw. beim Loslassen der Sprechtaste
  2.    Automatisches Schiffsidentifizierungs- und Überwachungssystem, das statische und dynamische Schiffsdaten auf UKW überträgt
  3.    Allgemeines Informationsystem für die Seeschifffahrt
  4.    Identifizierung eines Schiffes mit Hilfe von Radarpeilung und deren Weitergabe an die Schifffahrt zur Kollisionsverhütung

Hinweis : AIS (shipborn Automatic Identification System)



Frage : 20.

  Was bedeutet "ETA"?

  1.    Voraussichtliche Abfahrtszeit
  2.    Voraussichtliche Restfahrzeit.
  3.    Voraussichtliche Gesamtfahrzeit
  4.    Vorausichtliche Ankunftszeit

Hinweis : Estimated Time of Arrival
Aufbau (müssen Sie nicht wissen)
20 Bits MMDDHHMM UTC ,
Bits 19-16: month; 1-12; 0 = not available = default
Bits 15-11: day; 1-31; 0 = not available = default
Bits 10-6: hour; 0-23; 24 = not available = default
Bits 5-0: minute; 0-59; 60 = not available = default



Wenn sie einmal richtig viele Schiffe sehen wollen, so können Sie auch direkt marinetraffic.com aufrufen
Wenn sie sich dort den Bereich Griechenland / Türkei ansehen, so werden sie auch viele Yachten mit AIS ausmachen können.
Diese Übersicht ist möglich, weil weltweit viele Teilnehmer (ortsfeste) Empfänger betreiben und die Daten direkt in Echtzeit zu einem Server der Uni in Athen hochladen.
Falls auch Sie daran teilnehmen wollen Why cover my Area Wenn sie in einem noch nicht abgedeckten Bereich leben, so bekommen sie das Equipment evtl. sogar umsonst.

Diese kurze Einführung sollte Ihnen genug Informationen zum Thema AIS gegeben haben, um mit Wissen die Fragen des SRC oder UBI zum Thema AIS zu beantworten. Ansonsten gilt: Google ist dein Freund und Helfer


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